„Die Geschichte hat sich auf wenigen Metern entschieden“

von Wulf Skaun Die Leipziger Sechs und der Altrektor der Alma Mater erinnern an den dramatischen 9. Oktober 1989 Der 9. Oktober 1989. Die dramatische Montags-Demo in Leipzig sichert ihm einen Platz in den Geschichtsbüchern. Als Auftakt des gesellschaftlichen Aufbruchs, der, anders als von Egon Krenz gemeint, die „Wende“ einleitet. 70.000 skandieren auf dem Karl-Marx-Platz:




9. Oktober 2014: Ich war auf dem Ring!

von Marco Böhme Mit meinen 24 Jahren habe ich die DDR nicht erlebt, wurde also nur dort geboren und bin quasi ein „Wossi“. Wenn man es positiver formulieren möchte: Ich bin ich zu einer Zeit geboren, als die Mauer offen, die Wahlen frei und die Ideale sozialistische waren. Die Geschehnisse vor 25 Jahren bewegen Leipzig




Humanitäre Außenpolitik im Zeichen der „Schwarzen Null“ – Bundesregierung will Gelder trotz Flüchtlingsströmen kürzen

von Michael Leutert „Flüchtlinge in Nahost müssen hungern“. Mit dieser erschreckenden Schlagzeile machte vor kurzem die Online-Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ auf. Der Grund dafür ist, dass die UNO angesichts der riesigen Flüchtlingsströme im Nahen Osten nicht mehr über ausreichende Mittel verfügt, um die Flüchtlinge wie bisher zu versorgen. Allein in Syrien sind 4,2 Millionen Menschen




Asyl-Exil: Ein Denkanstoß

von Pieter Potgieter Immer wieder Montag: Außerhalb der sächsischen Landeshauptstadt wird kaum berichtet aber hier ist es nicht zu übersehen, auch wenn man kaum etwas hört: Sie strömen. Tausende. Tragen Deutschlandfahnen und weiße Kreuze – und schweigen. Wer? So richtig weiß es keiner. „Besorgte Bürger“, würden sie sich vielleicht selbst nennen. Was sie meinen: Lasst




Lebenswerk eines Aufbau-Verlegers

von Ralf Richter Elmar Faber beschreibt ein Verlegerschicksal zwischen Ost und West in „Verloren im Paradies“ Wir alle hatten oder haben Großmütter und Großväter, und wenn wir sie nicht selbst erlebt haben, dann gab es Geschichten über sie. Doch das Allerspannendste waren immer Geschichten von ihnen selbst. Später, wenn man selbst älter wird, erkennt man,




Unrechts ist nicht Links – Warum die Bezeichnung „Unrechtsstaat“ aus linker Sicht nicht nur ein Lapsus, sondern ein schwerer Fehler ist.

von Jens Matthis Vorab: Ich bin kein Gegner einer rot-rot-grünen Regierung in Thüringen. Und wie viele andere Genossinnen und Genossen auch halte ich die ganze Diskussion für eine falsche Diskussion zur falschen Zeit. Anders als manche/r in der Parteiführung bin ich nun allerdings der Meinung, dass für die lästige Diskussion nicht die Kritiker des Begriffes




Udo Reiter und das Recht auf selbstbestimmtes Sterben

von Ralf Richter In meinem Urlaub besuchte ich in einem Ort in der Nähe des Chiemsee den Friedhof. Ein frisches Grab war von Blumen überschüttet. Auf dem Stein konnte man den Namen einer jungen Frau lesen. Sie war Anfang 20 gewesen, und zwischen den Blumenkränzen stand ein Klassenfoto von einer Mädchenklasse aus einer sehr angesehen




Afrika – erschreckende Armut und Mut machendes Engagement

von André Hahn Wenn es in Deutschland kalt wird, zieht es die Politiker in den Süden – so bewertete ein Berliner Journalist den Besuch einer kleinen Delegation des Sportausschusses im Afrika, konkret in Sambia, Südafrika und Namibia. Für mich war es nach einem Jahr im Bundestag die erste Ausschussreise, und ich denke, es war wichtig,




Wut im Bauch

von Dietmar Bartsch Am 2. Dezember 1994 gegen 4.30 Uhr in der Frühe zog ein kleiner Trupp vom Berliner Karl-Liebknecht-Haus, der PDS-Parteizentrale, zur gegenüberliegenden Volksbühne. Intendant Frank Castorf selbst schloss den Gästen sein Haus auf. Die Besucher schlugen Feldbetten auf, campierten fortan im Musentempel, gaben Pressekonferenzen und sahen sich gelegentlich von der letzten Reihe des




Kein Kurswechsel für Sachsen

von Thomas Dudzak Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Das Ergebnis der Koalitionsverhandlung kann aus linker Perspektive nicht befriedigend sein. Viel mehr als tatsächlich notwendige Reparaturen falscher Entscheidungen der CDU-Dauerregierung hat der Entwurf nicht zu bieten. So verwundert es nicht, dass er nach dem ersten Lesen so recht keinen eindeutigen Sieger der Verhandlungen erkennen